Goalball: Inklusion im (Sport-)Unterricht

Hinführende Unterrichtsstunden zum Projekt "Goalball – Inklusion an hessischen Schulen"


Überblick über die Unterrichtsreihe:

UnterrichtseinheitInhalt Goalball
HINWEIS: 1. bis 4. Doppelstunde sind vorbereitende Unterrichteinheiten zur Inklusion an hessischen Schulen
1. Doppelstunde Inklusion – praktischer Einstieg: "Wir erobern gemeinsam den Mattenturm"; erste Erfahrungen mit dem Thema Inklusion
2. Doppelstunde Inklusion – Theorie: Unterschiede und Gemeinsamkeiten; Kurzfilme der Aktion Mensch; Reflexion der Filme unter
bestimmten Fragestellungen; mögliche Stundenabschlüsse
3. Doppelstunde Zehnerball, Passen und Fangen, Zweiballwurf, Inselspiel, Schattenprellen, Jäger und Hase
4. Doppelstunde

Mehrtoreball, Prellen mit Positionswechsel, Kreiswerfen, Ballprellen im Kreis, Korbleger, Rückwärtsball

 
5. Doppelstunde Theorie und Geschichte des Goalballs – Idee und Spielregel
6. Doppelstunde Sensibilisierung mit Eigenerfahrung unter der Augenklappe, Orientierung im Raum, Übungen zum Passen, Werfen und Verteidigen und Zielspiel

Hinweis: Die DGUV Information 202-104 "Inklusiven Sportunterricht sicher und attraktiv gestalten: Goalball" gibt Sportlehrkräften anregende Tipps und Informationen für gelingende Inklusionsprozesse im Schulsportunterricht.


Anmeldung Praxistag "Goalball"

Hier melden Sie sich verbindlich zu einem Praxistag "Goalball" an.


Informationen zur Unterrichtsreihe

Inklusion in der Schule
Die UKH hat den gesetzlichen Auftrag, Sicherheit und Gesundheit in hessischen Schulen zu fördern. Und seit vielen Jahren ist es wissenschaftlich erwiesen: Kinder haben viel zu geringe Bewegungserfahrungen. Kurz gesagt: Kinder bewegen sich zu wenig. Dieses Defizit führt u. a. zu Unfällen mit zum Teil schweren Folgen. Die UKH als gesetzliche Schüler-Unfallversicherung will hier gegensteuern.

Kinder, die sich gut bewegen können, haben weniger schwere Unfälle.

Das ist einer der Gründe für die UKH, sich beim Projekt "Goalball – Inklusion an hessischen Schulen" einzubringen und möglichst viele Schulen und Lehrkräfte für das Projekt zu gewinnen. Goalball macht Kindern und Jugendlichen Spaß und ist daher besonders geeignet, um sie für Sport und Bewegung zu begeistern. Die beste Voraussetzung also, um mehr Bewegung ins Schülerleben zu bringen.

Unser zweiter Ansatz ist es, nachhaltige Maßnahmen der Inklusion im Schulsport erlebbar zu machen. Die Schüler*innen setzen sich mit dem Thema Behinderung aktiv und spielerisch auseinander. So werden Berührungsängste abgebaut. Schüler mit und ohne Handicap lernen, dass sie gemeinsam Sport treiben können und dass dies richtig Spaß macht.

Als gesetzliche Unfallkasse des Landes Hessen haben wir uns der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. In Artikel 24 der Konvention garantieren die Vertragsstaaten "ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen". Des Weiteren heißt es, dass Kinder im Normalfall "nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden" (Art. 24 Abs. 2 a). Ziel dieser Konvention ist es, den gemeinsamen Unterricht von Menschen mit und ohne Behinderung zum Normalfall zu machen. Goalball – Inklusion im (Sport-)Unterricht erfüllt diese Forderung.

Hier unterstützen wir mit unseren Unterrichtsmaterialien. Wichtig ist eine Vorbereitung für Schüler*innen auf das Thema Inklusion – hierfür stehen Ihnen die ersten vier Doppelstunden zur Verfügung.

Sie halten keine fertig gestalteten Unterrichtsstunden in den Händen: Das Material soll dazu einladen, eine Zugangsmöglichkeit am Beispiel kennenzulernen. Es bietet eine Möglichkeit, die Themen Inklusion, Vielfalt, individuelles Sosein und Gleichheit zu bearbeiten – sicherlich gibt es hierzu noch viele andere Ideen.

Methodik und Didaktik
Inklusion, darunter versteht man ein bedingungsloses Gefühl von Zugehörigkeit und Gleichheit, aber wie vermittelt man das Schülern im Unterricht? Wichtig ist am Schluss nicht, dass sie auf die Frage, was Inklusion sei, die kürzeste Definition fehlerfrei aufsagen können, sondern dass sie die Idee hinter inklusivem Unterricht verstehen. Die Schüler sollen selber erfahren, was Inklusion bedeutet und wie sie dazu beitragen können, einen Unterricht inklusiv zu gestalten. Daher ist es in dieser Einheit besonders wichtig, den Schülern viel Freiraum bei der Entwicklung ihrer eigenen Konzepte zum Thema Inklusion zu lassen.

Eine entscheidende Rolle für das Gelingen des Projekts spielen auch die regelmäßigen Reflexionsphasen, in der die Schüler*innen die Möglichkeit haben, ihr eigenes Handeln zu hinterfragen und sich als Gruppe damit auseinanderzusetzen. Das schafft die Voraussetzung, zusätzlich zu den praktischen Erfahrungen den Inklusionsgedanken zu vermitteln.

Das folgende Material enthält eine Auswahl an Übungen und Anregungen zum Thema Inklusion an hessischen Schulen. Sowohl die Auswahl als auch die Anzahl der Übungen hängt vom Alter und vom Kenntnisstand der Gruppe ab. Ebenfalls davon abhängig sind das Maß der Theorie und der Zeitplan. Jede Klasse geht mit einer anderen Vorstellung und anderen Bedürfnissen in das Projekt, daher ist es besonders wichtig, auf die Schüler*innen einzugehen und Zeitplan und Inhalt individuell an die Gruppe anzupassen. Es ist außerdem möglich, die Unterrichtseinheiten fächerübergreifend zu gestalten, indem beispielsweise die Theorie zum Thema Inklusion im Sozialkunde-Unterricht behandelt wird.


Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V.

Diese Unterrichtsreihe entstand in Zusammenarbeit mit Ines Prokein, Referentin für Nachwuchsgewinnung im Leistungssport & Jugend beim Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V.